Die DEGES erfasst Biotope im Planungsgebiet

Seit Ende April sind drei Teams im Bereich der möglichen Trassenvarianten für den Verlauf der A 98 unterwegs, um die dortigen Biotope bis Ende August zu erfassen. Die Teams bestehen aus erfahrenen Biolog*innen, Botaniker*innen, Landschaftsplaner*innen und Geograph*innen etc., die von der DEGES beauftragt wurden.
Deren Ergebnisse fließen in den Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP Bericht) und weitere Fachgutachten ein, die als Grundlagen für die Herleitung der vorzugswürdigsten Trassenvariante benötigt werden. Die Tierarten vor Ort sind bereits 2019 und 2020 erfasst.

Was ist ein Biotop?
Allgemein gesagt ist ein Biotop ein gemeinsamer Lebensraum verschiedener wildlebender Tiere und Pflanzen. Im Planungsgebiet der A 98 gibt es viele verschiedene Biotope. Bei deren Erfassung wird ins Detail gegangen. Das ist beispielsweise daran zu erkennen, dass es viele Arten von Wiesen gibt, die als unterschiedliche Biotope zu charakterisieren sind. So gibt es unter anderem Nasswiesen, Wirtschaftswiesen und Zierrasen. Genauso gibt es zum Beispiel unterschiedliche Arten von Wäldern und noch viele andere Biotoptypen. Das Planungsgebiet bildet also nicht ein großes Biotop, sondern besteht aus vielen kleinen, sehr unterschiedlichen Biotoptypen.

Wie werden Biotope erfasst?
Für das Land Baden-Württemberg gibt es Kartierschlüssel, in dem alle möglichen Biotoptypen aufgelistet sind. Die Teams grenzen unter Berücksichtigung der Kartierschlüssel die Flächen im Planungsgebiet voneinander ab und bestimmen den jeweiligen Biotoptyp. Wenn die Expert*innen alle Biotope erfasst haben, entsteht am Ende eine detaillierte Karte, auf der das gesamte Planungsgebiet in viele verschiedene Typen von Biotopen unterteilt ist. Fachlich wird das als Biotoptypenkartierung bezeichnet.

Warum werden Biotope erfasst?
Beim Erfassen der Biotope geht es vor allem um Umwelt- und Naturschutz, denn es gibt gesetzlich geschützte Biotope. Diese können nach dem Bundesnaturschutzgesetz oder als Lebensraum infolge der FFH-Richtlinie der EU geschützt sein. Mithilfe der Biotoptypenkartierung wird in den weiteren Planungsschritten gesichert, dass besonders hochwertige sowie geschützte Biotope so gut wie möglich von den zur Diskussion stehenden Trassenverläufen verschont werden. Dabei wird dem Prinzip der sogenannten Umweltvorsorge gefolgt mit dem Ziel, die Trassen möglichst umweltverträglich zu planen. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Trasse spielt es eine wichtige Rolle, welche Trassenalternative diese wertvollen Biotope am wenigsten beeinträchtigen würde.
Die gesetzlich geschützten Biotope wurden bereits von den Naturschutzbehörden und der Forstverwaltung erfasst. Die Teams überprüfen nun vor Ort, ob diese Informationen noch aktuell sind und passen sie gegebenenfalls in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und der Forstverwaltung an. Sie erfassen zudem alle weiteren Biotope, die nicht gesetzlich geschützt sind.

Wie geht es nach der Kartierung weiter?
Die Informationen über die Biotope sind wichtig, um zu prüfen, wo die neugebaute A 98 in Zukunft verlaufen kann. Denn Umwelt- und Naturschutz spielen bei dieser Entscheidung eine große Rolle. Mithilfe der Informationen kann genau bestimmt werden, wie schwer ein Eingriff vor Ort wirken würde. Dazu wird in der nächsten Planungsstufe (für die Planfeststellung) ein Maßnahmenkonzept mit geeigneten Kompensationsmaßnahmen erstellt, die die Eingriffe ausgleichen werden.

Abbildung einer Streuobstwiese